Gedenken an Opfer des Häftlingsaufstandes

11. März 2022

Im März 1950 kam es in der Haftanstalt Bautzen I zu zwei Aufständen. Am 13. März traten nahezu alle Häftlinge in einen Hungerstreik, um gegen die lebensbedrohlichen medizinischen Bedingungen und die katastrophale Essensversorgung zu protestieren. Nach Verhandlungen mit russischen Offizieren beruhigte sich die Lage zunächst. Als zwei Wochen später noch keine Änderung der Zustände absehbar war, flammte der Häftlingsaufstand am 31. März erneut auf. Mit einer nie dagewesenen Brutalität knüppelten Bereitschaftskräfte der Volkspolizei diesen Aufstand nieder.

40 Jahre nach den Ereignissen schlossen sich die Häftlinge von damals am 31. März 1990 zum Bautzen-Komitee e.V. zusammen. Ihr Ziel war und ist die Aufarbeitung der Verbrechen, die in den Bautzener Gefängnissen begangen wurden. Unter anderem auf ihre Initiative entstand auf dem Karnickelberg eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die ungezählten Opfer der beiden Bautzener Haftanstalten.

Am Sonntag, dem 27. März 2022, lädt das Bautzen-Komitee zum alljährlichen öffentlichen Gedenken an die Opfer des Häftlingsaufstandes von 1950.

10.30 Uhr Gemeinsame Andacht der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde St. Petri Bautzen, der Gedenkstätte Bautzen, des Bautzen-Komitee e. V. und der Stadt Bautzen im Dom St. Petri

12.00 Uhr Violoncello-Konzert in der Andachtskirche auf dem Karnickelberg
Emil Weigert, Träger des „Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Nachwuchsförderpreis“, spielt Suiten für Violoncello Solo von Johann Sebastian Bach

12.30 Uhr Kranzniederlegung in der Gedenkstätte auf dem Karnickelberg

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen.

Büro mit der Fahne der Ukraine beflaggt

9. März 2022

Das Büro des Bautzen-Komitee e. V. in der Gedenkstätte Bautzen ist seit dem 07.03.2022 mit den Nationalfarben der Ukraine beflaggt, die mit einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg durch Russland überzogen wird.

Der Bruch des Völkerrechtes und die massenhaft auftretende Verletzung von Menschenrechten durch den russischen Staat richtet sich vor allem gegen die großen und bevölkerungsreichsten Städte der Ukraine. Über eine Million Zivilisten haben das Land inzwischen verlassen, um dem Beschuss und der Bombardierung durch russische Streitkräfte zu entkommen.

Das Bautzen-Komitee e. V. verurteilt den Angriffskrieg Russlands gegen den Nachbarn Ukraine auf das schärfste und zeigt mit der Beflaggung seine Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen in Europa.

Unterstützt durch: